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Stimmen zum
künstlerischen Schaffen
Gegensätze sind, zumindest auf den ersten Blick, in den Bildern von Helena Zähnler nicht erkennbar.
Im Gegenteil: Die Bilder faszinieren gerade wegen ihrer ganzheitlichen Harmonie. Und doch beginnt
die Malerin jedes Bild immer wieder als Experiment, das sich frei von Strukturen entwickeln kann,
um dann zum Schluss doch wieder in Farben, Formen und Dimensionen zusammenzufinden.

Wer die Künstlerin persönlich kennt, entdeckt die Parallelen zu ihrer Persönlichkeit. Helena Zähnlers
ruhige und ausgeglichene Art, die sie als moderne Frau auch für sich selbst mit ruhigen Farben zum
Ausdruck bringt, wird nicht selten von einer überraschenden Eingebung durchblitzt. Kein Wunder also
findet sich, nebst ihrer inneren Balance mit Strukturen und Ordnung, immer wieder der Drang zum
Ausbruch. Das widerspiegelt auch ihr Schaffen: Friedliche Farbwelten und aufeinander abgestimmte
Schattierungen werden plötzlich durch einen quer verlaufenden Pinselstrich jäh durchbrochen.
Gegensätzlichkeiten bei den Farben, aber auch Unvereinbares bei den Konturen und Materialien.
Sanfte Oberflächen werden von rauem Verputz stark durchzogen. Klar gewollte Disharmonie, die in
der Gesamtbetrachtung von Farben, Raumdesign und Werk doch wieder harmonisch zusammenfindet.

Obwohl sich in Helena Zähnlers neuesten Bildern sichtbare Veränderungen zeigen, und sie sich
offensichtlich auch mit ihrem grossen Thema der Farbenmischung weiter auseinandergesetzt hat, ist
sie ihrer Neigung zu ausladenden Malgründen und deren Raumverhältnissen bei der Bestimmung
der Bilddimensionen treu geblieben. Nebst ihrer steten Sehnsucht nach Grösse und Weite finden sich
in der Farbenwahl ihres aktuellen Schaffens auch ganz neue Gefühle. Damit ist ihre Absicht, unver-
wischbare Spuren in der Seele jedes Betrachters zu hinterlassen, ohne Zweifel erfüllt.

(nach der Laudatio von Ruth Landolt zur Eröffnung der Ausstellung vom 1. Oktober 2011)